Marktplatz „Alte Baumwolle“ Flöha, Tag-und-Nacht Lichtkonzept

Marktplatz „Alte Baumwolle“ Flöha, Tag-und-Nacht Lichtkonzept

Architektur, Licht und Raumkunst für Flöhas neue Mitte

Die „Alte Baumwolle“ hat Flöhas Entwicklung zur Stadt maßgeblich geprägt. Heute wird die ehemalige Baumwollspinnerei zu ihrem neuen Zentrum. Nach zwei Jahrzehnten des Verfalls entsteht zwischen herausragender Industriearchitektur und neuen öffentlichen Räumen ein Marktplatz mit unverwechselbarer Identität. Unser Tag-und-Nacht-Lichtkonzept begleitet diese Transformation und verbindet das historische Erbe mit dem heutigen städtischen Leben.

Der Entwurf folgt unserem Dreiklang aus Architektur, Licht und Raumkunst. Wir betrachten Gebäude, Freiraum und Beleuchtung in ihrem räumlichen Zusammenhang: Licht macht Materialien und Strukturen sichtbar, schafft Orientierung und setzt die einzelnen Elemente des Platzes zueinander in Beziehung. Präzise Lichtplanung bildet die Grundlage; künstlerische Interventionen bereichern sie um sinnliche und poetische Erfahrungen. So entwickelt sich der Marktplatz zu einem urbanen räumlichen Gesamtkunstwerk, das im Alltag selbstverständlich nutzbar bleibt.

Vier aufeinander abgestimmte Ebenen prägen die Gestaltung. Individuell entworfene Lichtmasten sorgen für eine präzise, normgerechte Beleuchtung, betonen die Textur des historischen Kopfsteinpflasters und geben dem Platz Rhythmus und Tiefe. Als eigens für diesen Ort entwickelte Gestaltungselemente tragen sie auch bei Tag zu seiner Identität bei. Eine gezielte Lichtlenkung hält die funktionale Beleuchtung von Fassaden, Fenstern und Pflanzflächen fern.

Mit dem Übergang vom Abend zur Nacht verbinden wechselnde Lichtszenarien den Marktplatz mit den umliegenden Fabrikgebäuden zu einem zusammenhängenden Stadtraum. Die Beleuchtung der Wasser- und Sitzbereiche schafft Orte der Begegnung und lädt zum Verweilen ein. Kleine lichtkünstlerische Akzente ergänzen die räumliche Komposition um überraschende und poetische Momente.

Bei Tag wird das Sonnenlicht selbst zum Gestaltungsmittel. Reflexion, Transmission und Farbe erzeugen wechselnde Lichtmuster auf den horizontalen und vertikalen Flächen des Platzes. Sie wandern mit dem Sonnenstand, verschwinden und kehren im Wechsel der Jahreszeiten wieder. Architektur und Freiraum werden so immer wieder neu wahrnehmbar.

Die Beleuchtung des neuen Restaurants inmitten des Marktplatz-Areals wird die Gesamtkomposition vervollständigen. Alt und Neu, Gebäude und öffentlicher Raum, Tag und Nacht werden durch Licht miteinander verbunden.

Unser Ansatz des „Contemporary Heritage“ beginnt mit dem Erhalten und Wiederbeleben bestehender Gebäude und Räume. Zeitgenössische Gestaltung führt das historische Erbe weiter und erschließt neue Nutzungen. In Flöha unterstützt Licht diesen Wandel, indem es den Marktplatz ganzjährig zu einem einladenden Ort macht, an dem Menschen sich sicher fühlen.

Dabei gilt: Licht dort, wo es gebraucht wird, Dunkelheit dort, wo sie erhalten bleiben soll. Präzise Optiken schützen Wohnungen vor störendem Lichteinfall; bepflanzte Bereiche bleiben als Rückzugsräume für Insekten und andere Tiere dunkel. Die Beleuchtung folgt der Nutzung: von 100 % am frühen Abend über 75 % am späten Abend bis auf 25 % in der späten Nacht, wenn auch die Inszenierungsbeleuchtung ausgeschaltet wird.

Nachhaltigkeit zeigt sich ebenso in der Beziehung der Menschen zu ihrem Umfeld. Ein Marktplatz, der zum „Wohnzimmer“ der Stadt wird – zum Treffen, Spielen, Sitzen und Reden –, gewinnt bleibenden Wert. Architektur, Licht und Raumkunst tragen gemeinsam dazu bei, einen öffentlichen Raum zu schaffen, den Menschen gerne nutzen, mit Leben füllen und wertschätzen.

Fotos: Peter Fischer

Karlsruhe Städtebauliches Lichtkonzept Weihnachten und Winter

Weihnachtsbeleuchtungskonzept Karlsruhe

Das Beleuchtungskonzept für Karlsruhe verbindet die barocke Stadtstruktur mit moderner Lichtgestaltung. Durch Farben, geometrische Formen und interaktive Elemente entsteht eine einzigartige Atmosphäre, die den Fächergrundriss betont und gleichzeitig ein dynamisches, nachhaltiges Lichterlebnis schafft.

Barockes Fächer-Layout als Inspiration

Das Konzept nutzt die charakteristischen Achsen und Radialstraßen, um eine visuelle Tiefe zu erzeugen und die Symmetrie der Stadt hervorzuheben.

Dynamischer Farb- und Temperaturverlauf

  • Warme und kühle Farbtöne wechseln entlang der Hauptachsen und schaffen eine subtile Lichtkomposition.
  • Ein sanfter Übergang zwischen Gold, Rot, Blau und Grün verstärkt die räumliche Orientierung.

Straßenidentität und Ornamentik

  • Jede Straße erhält eine eigene Lichtcharakteristik, um Orientierung zu bieten und das Stadtbild aufzuwerten.
  • Lichtinstallationen mit feinen Ornamentstrukturen greifen historische Elemente auf.

Zentrale vertikale Achse – Via Triumphalis

  • Die Schlossachse bildet das visuelle Zentrum mit einer eleganten, goldenen Beleuchtung.
  • Lichtprojektionen verstärken die vertikale Wirkung und schaffen eine festliche Tiefe.
  • Die historische Hauptachse wird durch Lichtbögen, symmetrische Projektionen und eine harmonische Farbführung betont.
  • Warme Gold- und Weißtöne vermitteln eine klassische, festliche Stimmung und unterstreichen die historische Bedeutung.

Horizontale Achse: Kaiserstraße (Thermodynamischer Gradient)

  • Ein dynamischer Farbverlauf von Rot (Europa-Platz) über Gold (Marktplatz) bis Blau/Grün (Berliner Platz) führt die Besucher visuell durch die Stadt.
  • Die Farbtemperaturen erzeugen eine fließende Bewegung und heben die zentrale Einkaufsstraße hervor.

Radiale Straßen (unterschiedliche Identitäten) – Strahlenstraßen

  • Jede Radialstraße erhält eine eigene Farb- und Lichtidentität, die ihre Umgebung reflektiert.
  • Dezente Lichtpunkte und interaktive Installationen beleben die Seitenstraßen und fördern eine angenehme Atmosphäre.

Konzeptionelle Integration mit platonischen Körpern

  • Die fünf platonischen Körper dienen als gestalterische Basis für die Lichtinszenierungen:
    • Tetraeder (Europa-Platz): Bewegliche Lichtpunkte in warmen Rottönen.
    • Kubus (Marktplatz): Modulare Lichtbögen in goldenen Nuancen.
    • Oktaeder (Lammstraße): Interaktive Lichtsäulen in Grün.
    • Dodekaeder (Schlossplatz): Projektionen von Sternenmustern.
    • Ikosaeder (Berliner Platz): Lichtwellen in Blau und Türkis.

Freistehende Konstruktionen

  • Selbsttragende Lichtmasten mit geometrischen Elementen unterstreichen das Stadtbild.
  • Flexible Module ermöglichen saisonale Anpassungen und eine effiziente Nutzung.

Interaktive und ebenerdige Installationen

  • Bewegungsabhängige Lichtquellen schaffen ein spielerisches Erlebnis für Besucher.
  • Projektionen und Bodenlichter steigern die immersive Wirkung des Konzepts.

Erhöhte, aber unabhängige Installationen

  • Lichtinstallationen auf Dächern und Fassaden sorgen für zusätzliche räumliche Tiefe.
  • Dezente Halterungen verhindern Eingriffe in die bestehende Architektur.

Digitale und projektionsbasierte Lösungen

  • Projektionen auf Gebäudeflächen und Gehwegen erzeugen wandelbare Lichtlandschaften.
  • Digitale Steuerung ermöglicht flexible Anpassungen und energieeffizienten Betrieb.

Modulare Festtagsmöbel

  • Integrierte Sitzmöglichkeiten mit Lichtakzenten fördern Aufenthaltsqualität.
  • Multifunktionale Elemente wie Bänke und Pavillons bieten Komfort und Ästhetik.

Material- und Sicherheitsaspekte

Sicherheitskonzepte sorgen für reibungslosen Betrieb in stark frequentierten Bereichen.

Robuste, wetterbeständige Materialien gewährleisten eine langfristige Nutzung.

Nachhaltige LED-Technik reduziert den Energieverbrauch und Lichtverschmutzung.